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Über mich

Ich arbeite als Grafiker und Illustrator mit dem Schwerpunkt auf Druckgrafik und Radierung. In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit dem Menschen, mit inneren Zuständen, Brüchen, Wandlungen und mit den Spannungsfeldern, in denen sich menschliche Existenz bewegt. Mich interessieren weniger abgeschlossene Erzählungen als Zustände, weniger Geschichten als Präsenz. Meine Bilder verstehen sich als Angebote zum Innehalten, zum genauen Sehen und zum eigenen Weiterdenken.

Meine Arbeiten entstehen fast ausschließlich in Serien. Diese serielle Arbeitsweise erlaubt mir, Themen über längere Zeiträume hinweg zu untersuchen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Reihen wie contrastes, sic crescere, animaux, brutes oder doux cauchemars sind dabei keine abgeschlossenen Zyklen im klassischen Sinn, sondern gedankliche Räume, in denen sich formale, inhaltliche und atmosphärische Fragestellungen verdichten. Jede dieser Serien nähert sich dem Menschen auf andere Weise: über Gegensätze und Ambivalenzen, über Entwicklung und Metamorphose, über das Tierische, über Architektur als Ausdruck innerer und gesellschaftlicher Zustände oder über Traum, Erinnerung und kindliche Angstbilder.

Formal ist meine Arbeit geprägt von einer reduzierten, kontrastreichen Bildsprache. Das Spiel von Schwarz und Weiß, von Fläche und Linie, von Verdichtung und Leere ist für mich nicht nur ästhetisches Mittel, sondern inhaltlicher Bestandteil. Die Druckgrafik ist für mich dabei nicht nur Technik, sondern Denkweise. Linie, Kratzer, Schichtung und Verdichtung werden zu Werkzeugen, um Zustände sichtbar zu machen. Viele Arbeiten entstehen aus Zeichnungen, finden aber erst im Prozess des Druckens zu ihrer endgültigen Form. Gerade der Widerstand des Materials und die bewusste Reduktion auf wenige Mittel sind für mich ein wesentlicher Teil des künstlerischen Prozesses.

Zur Druckgrafik bin ich vergleichsweise spät gekommen. Zunächst habe ich viele Jahre als Illustrator gearbeitet und vor allem mit Zeichnung und Aquarell. Eine wichtige Rolle spielte dabei meine intensive Beschäftigung mit der Mykologie. Als Zeichner und Lektor der Zeitschrift Der Pilzfreund habe ich zahlreiche Vergleichszeichnungen angefertigt und diese auch in gedruckter Form veröffentlicht. Diese frühe, sehr genaue Auseinandersetzung mit Struktur, Oberfläche und Form hat meine spätere Arbeit in der Druckgrafik stark geprägt.

Geboren wurde ich 1981 im Saarland. Nach dem Studium der Bildenden Kunst und Germanistik habe ich mich zunächst sowohl der Vermittlung von Kunst als auch der eigenen künstlerischen Arbeit gewidmet. Parallel zu meiner freien Tätigkeit war und bin ich viele Jahre im Bereich der Kunstpädagogik, der Lehrplanentwicklung und der fachlichen Beratung tätig. Diese Auseinandersetzung mit Kunst aus der Perspektive der Vermittlung und Reflexion fließt auch in meine eigene Arbeit ein und schärft meinen Blick für Bildsprache, Reduktion und inhaltliche Klarheit.

In meinem Atelier im Saarland entstehen heute meine Radierungen und Druckgrafiken. Ich entwickle meine Serien dort vom ersten Entwurf bis zum fertigen Druck. Meine Arbeiten verstehe ich nicht als Illustrationen von Ideen, sondern als eigenständige bildnerische Denkprozesse. Sie bewegen sich bewusst in einem Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Körper, Raum, Symbol und Leere.

In jüngerer Zeit richtet sich mein Blick zunehmend auf ruhigere, stillere Bildräume, in denen weniger der Konflikt als vielmehr Präsenz, Akzeptanz und Versöhnlichkeit im Zentrum stehen. Auch diese Arbeiten bleiben der Reduktion und der Konzentration auf das Wesentliche verpflichtet.

Meine Arbeiten entstehen in Serien, werden in kleinen Auflagen gedruckt und in Ausstellungen sowie als Fine Art Prints präsentiert.

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